WD-40 erklärt

WD-40. Sollte jeder in der Werkstatt haben. Dieser Tage muss man natürlich vorher sagen: Jeder sollte eine Werkstatt haben. Nicht mehr selbstverständlich, das. Die Frage ist nur: Wofür taugt WD-40 jetzt genau?

Zum Schmieren taugt es nämlich nicht wirklich. Glaubt manch einer trotzdem. Man findet auch in jedem Schützenverein so jemanden. Nur ist das meist eher ein Hinweis dafür, wie wenig in Schützenvereinen geschossen wird. WD-40 schmiert nämlich nicht viel oder lange (was zugegebener Maßen egal ist, wenn man nach jedem monatlichen DSB-Training mit 50 Schuss schmiert, aber nicht unbedingt nach 500+ Schuss Stahlhülsen-Mun am pro Kurstag).

Näher dran ist die Vermutung, dass WD-40 irgendwie gegen Rost hilft. Allerdings haftet WD-40 auch nicht so lange, dass man einen Langzeitschutz gegen Rost hat. Himmel, der Großteil von WD-40 verfliegt fast sofort. Was hat es also damit auf sich?

Klarer wird es, wenn man rausfindet, dass „WD“ für „water displacement“ steht. WD-40 kann Wasser verdrängen. Und weil’s dazugehört, ist WD-40 ein exzellentes Kriech-Öl. Wer das verstanden hat, weiß, man man tun muss, wenn man mit dem Revolver im Fußgelenk-Holster durch Pfützen gestapft ist.

Waffe naß geworden? Wasser irgendwo im festgeschraubten Gewinde? WD-40 drauf und abwischen. Besonders praktisch ist das auch für Waffen, die man gewässert hat, weil man korrosive Munition (Salze -> Auswaschen mit Wasser) verschossen hat.

Dafür taugt WD-40 hauptsächlich. Die zusätzliche Kriechfähigkeit kann zusätzlich dabei helfen, festgerostete Teile zu lösen (wer schraubt schon den MDF oder Komp 15 regelmäßig ab? An der AK, klar, aber am AR-15?)