Über die Ebbefestung

Auf den Seiten der Ebbefestung schreibe ich über Schießen mit Großkaliberwaffen. Das ist mein Kernthema, aber wer mich kennt, weiß, dass ich einen Ansatz verfolge, den man wohlmeinend „holistisch“ nennen könnte. Anders gesagt: Ich rede zu viel. Ich kann selten bei nur einem Thema bleiben. Das heißt ich schreibe auch über Selbstverteidigung, Technik, Survival & Prepping, Fitness, Recht & Politik, Trainingslehre und all das.

Journalistisches

Ich hab so eine kleine Plastikkarte mit einem blöden Bild von mir, die mir sagt, dass ich Journalist bin. Fach-Journalist sogar! Nun stehe ich mit den meisten Journalisten auf Kriegsfuß, weil die größtenteils dem Glauben erliegen, es gäbe so etwas wie eine objektive Realität und sie wären in der Lage, diese genau so zu beschreiben. Alle paar Jahrzehnte fällt Teilen der Gesellschaft mal auf, dass das gelogen ist und jede Berichterstattung Sachverhalte nach Belieben verzerrt. Im Jahre 2015 haben es die Konservativen gemerkt, daher der Kampfruf „Lügenpresse“. Die 68er hatten „Bild schoss mit“ in ihrem Kampf gegen die „Springerpresse“. Ein wiederkehrendes Muster, egal von welcher Seite.

Ich halte es mit Wiglaf Droste, der wunderbar von der „Schweinepresse von Bild bis Emma“ eigentlich jedes Magazin verdammt hat. Ich selbst bin mit dem Konzept des Gonzo-Journalismus nach Hunter S. Thompson und der Realitätsfilter-Idee von R. A. Wilson großgeworden: Der Berichterstatter ist immer Teil des Berichts. Ich ertrage die Form der Berichterstattung, wo das Wort „ich“ verpönt ist, nur schwer. Das war für mich, als ich noch für Waffenkultur geschrieben habe, ein ziemliches Problem. Hier muss ich mich da nicht drum kümmern. Das häufige „ich“ hier mag narzistisch wirken, hat aber seinen Zweck, ebenso „ich denke“, „ich finde“ und „für mich“.

Der Name „Ebbefestung“

Ich mache was mit Waffen und Selbstverteidigung und wenn bei mir der Strom ausfällt, verzweifele ich nicht, weil ich dieses Problem jetzt nicht mit meinen Freunden auf Facebook oder Twitter besprechen kann. Also bin ich für viele ein Survivalist oder Prepper.

Fakt ist: Ich mag es, autark zu sein. Ein kleines Rückzugsgebiet in den Bergen ist eine nette Vorstellung. Die Schweizer haben sowas. Das Reduit. Auch „die Alpenfestung“ genannt. Hat ihnen im zweiten Weltkrieg die Neutralität erhalten. Ich komme aus dem Ebbegebirge, ergo ist es die Ebbefestung.

Politisch ist der Name nicht ganz opportun, denn dieser Tage benutzt man „Reduit“ für die Schweizer Version, und „Alpenfestung“ für die nie umgesetzten Pläne des dritten Reiches. Tun die deutschsprachigen Schweizer zwar meiner Erfahrung nach nicht, aber die hat ja keiner gefragt, als das Lemma in der Wikipedia festgelegt wurde. Und wir alle wissen: Was in Wikipedia steht, ist wahr. Denn da guckt man nach, ob was stimmt.

Ich hab lange mit mir gerungen, ob ich den Begriff, wenn auch verfremdet, verwenden sollte, weil sicherlich irgendein Reichsbedenkenträger sich unangenehm berührt fühlen könnten. Und hab es dann getan. Because fuck you, that’s why.

Namensnennungen

Privatssphäre mag ich, auch für Leute, über die schreibe. Wer öffentlich auftritt, wird so bezeichnet, wie er oder sie sich selbst nennt. Wer nicht öffentlich auftritt, wird erst mal mit Initialen abgekürzt. Ich mache mir die Mühe, Initiale durch vollständige Namen zu ersetzen, wenn ich darum gebeten werde. Das bedeutet umgekehrt, dass ein voller Name und Initiale meist unterschiedliche Personen beschreiben – keine Detektivarbeit notwendig.